Was wird operiert?
- Herzklappenoperationen
Prinzipiell streben wir bei allen Klappenoperationen die Rekonstruktion an, da sich in vielen Studien Vorteile für Herzfunktion und Lebensqualität gezeigt haben und natürlich die Wachstumsmöglichkeit der reparierten Klappe gegeben ist.
Beim Klappenersatz müssen oft individuelle Lösungen gerade für den jungen Patienten gefunden werden, da z.B. sportliche Aktivität, geplante Schwangerschaft oder Pflegebedürftigkeit durch eine körperliche/geistige Behinderung Einfluss auf die Prothesenwahl haben. Hier bieten wir nicht nur alle Operationsverfahren einschließlich der Ross-Operation an, sondern arbeiten auch eng mit der Medizinischen Hochschule Hannover zusammen, um auch unseren Patienten frühzeitig die Implantation von Klappen aus körpereigenem Gewebe (insbesondere als Pulmonalklappenersatz) zu ermöglichen.
- Nicht korrigierbare Herzfehler
Bei den schwersten Herzfehlern ist eine Korrekturoperation mit getrenntem System- und Lungenkreislauf und zwei Herzpumpkammern nicht möglich. Hier wird in mehreren Operationsschritten zunächst die Körper- und Lungendurchblutung gesichert (meist mit Mischblut) und später passiv (d.h. ohne Ventrikelunterstützung) das sauerstoffarme Blut direkt aus den großen Körpervenen in die Lungenschlagader umgeleitet (sog. Fontanzirkulation). In Stuttgart verfolgen wir dabei das Prinzip der sog. extrakardialen Umleitung. Dabei wird das untere Hohlvenenblut am Herzen vorbei (und nicht durch das Herz) zur Lungenschlagader umgeleitet. Bereits in mehreren Studien konnte gezeigt werden, dass dadurch eine verbesserte Flussdynamik, weniger Herzrhythmusstörungen und damit eine verbesserte Lebensqualität erreicht werden kann.
- Jugendliche und Erwachsene mit angeborenem Herzfehler
Bei Jugendlichen und Erwachsenen liegt häufig eine Kombination aus (korrigiertem) angeborenem Herzfehler und z.T. zusätzlich erworbenem Herzfehler vor. Viele Operationen sind Re-Operationen, was eine besondere chirurgische Herausforderung darstellt. Diese stetig wachsende und größte Patientengruppe mit angeborenem Herzfehler ist sehr heterogen. Im ZAHF in Stuttgart, welches sich besonders auch diesen schwierigen Krankheitsbildern annimmt, kommt uns neben der reichen Erfahrung in der chirurgischen Behandlung der angeborenen Herzfehler auch die Expertise in der rekonstruktiven Klappenchirurgie, der Aortenchirurgie und der Rhythmuschirurgie zu Gute.
- Minimalinvasive Operationen
Praktisch sämtliche Vorhofseptum-Operationen bei älteren Jugendlichen und Erwachsenen werden in minimalinvasiver Technik durch einen kleinen Hautschnitt rechts lateral unter der Brust durchgeführt. Weiterhin wird die Technik der „partiellen Sternotomie“, bei der das Brustbein nicht komplett durchtrennt wird, bei geeigneten Herzfehlern (z.B. Vorhofseptumdefekt, Ventrikelseptumdefekt, AV-Kanal-Korrektur) im Säuglings- und Kleinkindesalter angewendet.
Derzeit werden in der Sana Herzchirurgie Stuttgart jährlich etwa 250 Herzoperationen bei angeborenen Herzfehlern ausgeführt, davon 200 als „große“ Operationen mit Einsatz der Herz-Lungen-Maschine. Die Hälfte der Eingriffe erfolgt im ersten Lebensjahr, ca. 50 Operationen betreffen Erwachsene mit angeborenen Herzfehlern.



