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zu: Rhythmus-Therapie
Krankheitsbilder
Herzrhythmusstörungen sind eine relativ häufig Erkrankung
und in vielen Fällen harmlos. Behandlungsbedürftig sind
Rhythmusstörungen, wenn eine zu langsame (Bradykardie) oder
zu schnelle (Tachykardie) Herzfrequenz zu Symptomen führt.
Das Herz kann den Körper nicht mehr ausreichend mit Blut und
damit auch mit Sauerstoff versorgen. Dies führt zu Leistungsabfall
und Schwächegefühl, in schweren Fällen zu Schwindel,
Bewusstlosigkeit, Krämpfen und im Extremfall zum plötzlichen
Herzstillstand.
Seit fast 50 Jahren wird der zu langsame Herzschlag durch eine
elektrische Stimulation mit einem Herzschrittmacher behandelt. Aber
auch der zu schnelle Herzschlag wird bereits seit über 20 Jahren
mit sogenannten implantierbaren Defibrillatoren mit spezifischen
Stimulationsformen oder durch hochenergetische Elektroschocks behoben.
Bradykarde Herzrhythmusstörungen
Die Bradykardie, also der zu langsame Herzschlag, wird heute ausschließlich
durch die Implantation eines Herzschrittmachers behandelt - auch
weil alternativ keine entsprechenden Medikamente zur Verfügung
stehen. Häufig sind diese Rhythmusstörungen Folge einer
organischen Herzerkrankung, eines Herzfehlers, einer fehlerhaften
Medikamentendosierung oder eines operativen Eingriffs am Herzen.
Bei den bradykarden Rhythmusstörungen werden unterschiedliche
Formen unterschieden:
So kann die natürliche Schrittmacherfunktion des Sinusknotens
im Herzen gestört oder blockiert sein. Ein Herzschrittmacher
gleicht das aus.
Auch wenn die Weiterleitung des Erregungsimpulses von der Vorkammer
auf die Hauptkammer im AV-Knoten gehemmt oder blockiert ist, wird
eine Schrittmacherimplantation notwendig.
Ein Vorhofflimmern oder -flattern kann zu Rhythmusstörungen
in der Hauptkammer führen, was ebenfalls eine Schrittmacherimplantation
notwendig machen kann.
Relativ selten kann es auch durch einen herzchirurgischen Eingriff
zu einer Schädigung des Reizleitungssystems kommen, die mit
dem Herzschrittmacher behandelt werden muss.
Tachykarde Herzrhythmusstörungen
Rhythmusstörungen mit zu schneller Herzfrequenz, die sogenannten
Tachykardien, stellen eine akut lebensbedrohliche Situation dar,
insbesondere wenn die Tachykardie ihren Ursprung in einer Herzkammer
hat. Durch die sehr schnelle Erregung der Herzkammer ist eine geordnete
Pumpfunktion nicht mehr möglich, wodurch rasch ein Kreislaufzusammenbruch
eintritt. Ventrikuläre Tachykardien sind in der Regel Folge
einer schweren Herzerkrankung wie einer Herzmuskelschwäche
oder entstehen nach Herzinfarkten.
Für Patienten, die eine lebensbedrohliche Tachykardie überlebt
haben und mit Medikamenten nicht zuverlässig geschützt
werden können, oder Patienten, die aufgrund ihrer Erkrankung
hochgradig gefährdet sind, ist die Implantation eines Defibrillators
angezeigt. Defibrillatoren sind aus der Notfallmedizin bekannt,
durch die Abgabe von Elektroschocks mit hoher Energie wird lebensbedrohliches
Herzkammerflimmern behoben.. Bei den implantierbaren Defibrillatoren
handelt es ich um eine Miniaturisierung dieser Geräte. Sie
sind kaum größer als moderne Herzschrittmacher. Wie beim
Herzschrittmacher stellt die über eine Vene eingeführte
Elektrode die Verbindung zum Herzen her. Über die Elektrode
überwacht das Gerät ständig den Herzrhythmus und
gibt nach Überschreiten einer programmierten Grenzfrequenz
den lebensrettenden Elektroschock ab. Die Defibrillation erfolgt
über die implantierte Elektrode direkt am Herzen, wodurch erheblich
weniger Energie als von außen notwendig ist.
© 2010
Sana Herzchirurgie Stuttgart GmbH
Letzte Aktualisierung: 06.08.2008
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