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Deutschlandpremiere für neues Operationsverfahren zur Behandlung von Vorhofflimmern in der SHS

Therapiealternative mit hoher Erfolgsquote

In der Sana Herzchirurgie (SHS) wurden am vergangenen Freitag (22.5.) erstmals in Deutschland die Herzrhythmusstörungen eines 39-jährigen Patienten nach einem neuen minimalinvasiven Operationsverfahren von einem Herzchirurgenteam um Chefarzt Professor Dr. Kai-Nicolas Doll behandelt. In Deutschland leiden rund 650.000 Menschen unter Vorhofflimmern.

Seit mehreren Jahren schon geriet Ralf Van Riesens Herz regelmäßig aus dem Takt. Immer wieder litt der Kölner anfallsartig unter Vorhofflimmern, zuletzt in immer kürzeren Abständen. Da eine Behandlung mit Medikamenten nicht mehr ausreichte, machte er sich im Internet auf die Suche nach Behandlungsalternativen und stieß dabei auf Professor Dr. Kai-Nicolas Doll, den Ärztlichen Direktor der Sana Herzchirurgie Stuttgart, der als Experte für Herzrhythmus-Chirurgie gilt. Der bot Van Riesen an, sich als erster Patient nach einem neuartigen Verfahren operieren zu lassen. Der SHS-Chefarzt hatte sich zuvor beim Entwickler der Methode in den Niederlanden schulen lassen. "Bei den ersten Operationen nach einem neuen Verfahren ist immer ein erfahrener Chirurg dabei, der den Eingriff schon sehr häufig durchgeführt hat", erläutert Professor Doll. "Für den ersten Patienten bedeutet das größtmögliche Sicherheit."

Bei der neuen Methode, der sogenannten minimalinvasiven endoskopischen Ablation von Vorhofflimmern, operieren die Herzchirurgen mit speziellen Instrumenten und einer Minikamera, die durch kleine Hautschnitte an das Operationsfeld herangeführt werden. Die Operationsverfahren werden deshalb auch als "Schlüssellochchirurgie" bezeichnet. Die Kamera überträgt die Operationsbilder aus dem Körperinneren auf einen Monitor, an dem sich die Chirurgen orientieren. Je drei kleine Hautschnitte auf der linken und der rechten Brustseite reichen für den Eingriff am schlagenden Herzen aus.

Beim Vorhofflimmern zuckt der Herzmuskel des Vorhofes 500 bis 1.000 Mal pro Minute, er flimmert. Zusätzliche elektrische Impulse überlagern den normalen für den Herzschlag verantwortlichen elektrischen Reiz und lösen so die Herzrhythmusstörungen aus. Die Taktgeber für den falschen Rhythmus finden sich an der Einmündung der vier Lungenvenen ins Herz. "Ziel der Operation ist es, die Lungenvenen elektrisch vom Herzen zu isolieren und die falschen Reize so auszusperren", erläutert Professor Doll. Mit ihren speziellen Instrumenten legen die Herzchirurgen dazu eine Klemme um die Eintrittsstelle der Lungenvenen ins Herz. Mit bipolarer Hochfrequenz wird dann das Gewebe unter der Klemme zerstört. Das dadurch entstehende Narbengewebe bildet eine wirksame Barriere für die falschen Impulse, die so den Herzmuskel nicht mehr erreichen können.

"Wir schließen damit eine Lücke in den Behandlungsalternativen", erläutert Professor Doll. Vorhofflimmern kann auch im Herzkatheterlabor über einen Katheter, der durch die Blutgefäße bis ins Herz geführt wird, von innen behandelt werden. Die Erfolgsquote der Herzkatheter-Behandlung liegt jedoch unter 50 Prozent. Zudem muss der Eingriff oft mehrmals wiederholt werden. Bei der chirurgischen Therapie liegt die Erfolgsrate bei 90 Prozent. Bislang war für den Eingriff aber eine große Operation unter Einsatz der Herz-Lungen-Maschine erforderlich. Deshalb wurde der Eingriff auch fast ausschließlich bei Patienten durchgeführt, die sich außerdem einer Bypass- oder einer Herzklappen-Operation unterziehen mussten. Die neue Methode verbindet die hohe chirurgische Erfolgsquote mit einem schonenden, minimalinvasiven Eingriff.

So war auch Ralf Van Riesen wenige Tage nach der Operation wieder auf den Beinen. Nach einer knappen Woche in der Sana Herzchirurgie war er rechtzeitig wieder zu Hause, um den Geburtstag seiner Frau mitzufeiern.

"Vorhofflimmern ist eine weit verbreitete Volkskrankheit, die 0,6 Prozent der Bevölkerung betrifft", berichtet Professor Doll. Rund 650.000 Menschen leiden in Deutschland unter Vorhofflimmern. Bei den über 80-Jährigen ist es derzeit jeder fünfte. Prognosen gehen davon aus, dass sich die Zahl der Betroffenen aufgrund der demografischen Entwicklung in den nächsten 40 Jahren verdreifachen wird. "Neben einer um 20 Prozent eingeschränkten Herzleistung mit Atemnot ist durch das Vorhofflimmern vor allem bei älteren Menschen die Gefahr sehr groß, dass sich Blutgerinnsel bilden, die zu einem Schlaganfall führen." Die Patienten müssen deshalb ständig die Blutgerinnung hemmende Medikamente einnehmen. Generell werden leichtere Formen dieser Herzrhythmusstörungen medikamentös oder auch mit Elektrostößen behandelt. Bei anfallartigem oder dauerhaftem Vorhofflimmern ist jedoch eine Behandlung mit dem Herzkatheter oder eine Operation erforderlich.

Ihre Ansprechpartner für weitere Informationen:

Sana Herzchirurgie Stuttgart
Michael Osberghaus, Geschäftsführer
Herdweg 2
70174 Stuttgart
Telefon: 0711 278-36151
Telefax: 0711 278-36159
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Letzte Aktualisierung: 04.06.2009
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