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Die Sana Herzchirurgie Stuttgart beteiligt sich mit weltweit vier
Zentren an einer Studie zu einem neuen Operationsverfahren
Neuartiger, verstellbarer Metallring schließt undichte Herzklappen
noch besser
Im Rahmen einer Machbarkeitsstudie haben Chirurgen der Sana Herzchirurgie
Stuttgart acht Patienten mit undichten Herzklappen einen Metallring
implantiert, der nach einem Stromimpuls seine Form ändern kann.
Gelegentliche Restundichtigkeiten der Herzklappe, welche sich unabhängig
vom Operationsergebnis einstellen können, werden so beseitigt.
An vier deutschen und einem US-amerikanischen Zentrum wurden bislang
40 Patienten mit dem neuartigen Klappenring versorgt - mit vielversprechenden
Ergebnissen.
Kurzatmigkeit, Leistungsabfall und Brustschmerzen, das sind einige
der Symptome unter denen Menschen leiden, deren Herzklappen verengt
oder undicht sind. Können die Beschwerden durch Medikamente
nicht mehr ausgeglichen werden, schafft eine Herzoperation Abhilfe.
Insbesondere bei Defekten an der Mitralklappe, die den linken Vorhof
von der linken Hauptkammer des Herzens trennt, können die Herzchirurgen
die Herzklappe heute in den meisten Fällen reparieren und müssen
sie nicht durch eine künstliche Klappe ersetzen. "Wir
streben eine Rekonstruktionsrate von 90 Prozent an", nennt
Professor Dr. med. Nicolas Doll, Ärztlicher Direktor der Sana
Herzchirurgie Stuttgart, das Ziel. "Dabei können wir inzwischen
in den allermeisten Fällen Eingriffe zur Mitralklappen-Rekonstruktion
minimalinvasiv durch einen kleinen, etwa fünf Zentimeter messenden
Schnitt an der rechten Brustkorbseite durchführen." Die
für den Patienten belastende Eröffnung des gesamten Brustkorbes
ist nicht mehr erforderlich.
"Für die Rekonstruktion der Mitralklappe gibt es je nach
Defekt inzwischen verschiedene erprobte Operationsmethoden",
erläutert Oberarzt Dr. Markus Czesla. "In jedem Fall aber
wird ein ummantelter Metallring um die Klappe gelegt und dort eingenäht."
Der Ring sorgt dafür, dass die Klappensegel in der richtigen
Position gehalten werden, gut schließen und so den Rückfluss
des Blutes verhindern. Für diese Klappenringe hat ein US-Hersteller
ein neuartiges Produkt entwickelt, das nun im Rahmen einer Machbarkeitsstudie
erstmals eingesetzt wurde. Der neue Klappenring besteht aus einer
speziellen Metalllegierung, die ihre Form verändert, wenn der
Ring mit einem Hochfrequenz-Stromimpuls aktiviert wird. "Am
Ende des Eingriffs prüfen wir mit Ultraschall, ob die Herzklappe
dicht schließt", berichtet Dr. Czesla. Aufgrund der im
Fachgebiet Herzchirurgie inzwischen großen Erfahrungen mit
Herzklappenrekonstruktionen ist die Klappe in den meisten Fällen
dicht. In wenigen Fällen, etwa bei sehr stark vorgeschädigten
Herzklappen, zeigen sich jedoch noch geringe Restundichtigkeiten,
deren Ursache organbedingt ist und die sich unabhängig vom
Operationsergebnis einstellen können. "Mit dem neuen Klappenring
können wir dann dessen Form ändern, die Klappensegel dadurch
etwas weiter zusammendrücken und so die Restundichtigkeit von
außen beseitigen."
Besonders interessant für die Herzklappenreparatur wird der
neuartige Klappenring aber vor allem mit der geplanten Weiterentwicklung.
Bei den jetzt im Rahmen der Studie eingesetzten Ringen wird das
Kabel, mit dem der Stromimpuls in den Ring eingeleitet wird, am
Ende der Operation entfernt. Künftig wird das Kabel am weiterentwickelten
Ring im Körper des Patienten verbleiben. Das Kabelende kann
direkt unter der Haut fixiert werden. Auch Monate oder Jahre nach
der Operation kann der Ring dann noch aktiviert und von außen
verändert werden. "Vor allem Patienten, deren Herzklappendefekt
im Zusammenhang mit einer Erkrankung der Herzkranzgefäße,
der koronaren Herzkrankheit steht, könnten davon profitieren",
urteilt Dr. Czesla. Denn gerade bei diesen Patienten ist die Wahrscheinlichkeit
hoch, dass die Herzklappen im weiteren Lebensverlauf erneut undicht
werden. Mit dem neuartigen Klappenring wird dieser recht großen
Patientengruppe so eine zweite Operation erspart. Immerhin leidet
ein Viertel der Patienten mit Herzinsuffizienz auch unter einer
defekten Mitralklappe.
Ihre Ansprechpartner für weitere Informationen:
Sana Herzchirurgie Stuttgart
Michael Osberghaus, Geschäftsführer
Herdweg 2
70174 Stuttgart
Telefon: 0711 278-36151
Telefax: 0711 278-36159
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Sana Herzchirurgie Stuttgart
Professor Dr. med. Kai-Nicolas Doll, Ärztlicher Direktor
Sekretariat: Jutta Kirschner
Telefon: 0711 278-36000
Telefax: 0711 278-36009
Herdweg 2
70174 Stuttgart
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Letzte Aktualisierung: 15.12.2009
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