Zu den Inhalten springen

Neue Berufsbilder: Entlastung für Pflegende und Ärzte

Entspricht das, was Pflegekräfte und Ärzte alltäglich tun, auch wirklich ihrem Berufsbild?

Könnten nicht andere Berufe manche dieser Arbeiten übernehmen? Im Sana Kliniken-Verbund wurde die tatsächliche Arbeit der Pflegenden und der Ärzte unter die Lupe genommen und daraus eine Konzeption für neue Berufsbilder entwickelt. Zielt ist es dabei die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von berufsfremden Tätigkeiten zu entlasten.

Eigentlich ist es eine klare Sache: Die Ärztinnen und Ärzte in der Klinik versorgen die Patienten medizinisch, die Pflegenden sind für die pflegerische Betreuung zuständig. In der Realität sieht das jedoch häufig anders aus. Pflegefremde Tätigkeiten nehmen immer stärker zu, für die eigentliche Arbeit der Pflege und Zuwendung bleibt den Krankenschwestern und -pflegern immer weniger Zeit. Und auch die Ärztinnen und Ärzte verbringen einen großen Teil ihrer Arbeitszeit am Schreibtisch anstatt bei ihren Patienten.

Damit die beiden für die Patientenversorgung wichtigsten Berufsgruppen sich wieder ihrer eigentlichen Aufgabe und vor allem ihren Patienten widmen können, werden im Sana-Verbund eine ganze Reihe neuer Berufsbilder entwickelt, die nun auch in der Sana Herzchirurgie nach und nach eingeführt werden. Betroffen sind davon alle Bereiche und Abläufe in der Klinik. Die Ärztinnen und Ärzte finden durch Arzt-Assistenten sowie durch die Physician Assistants Entlastung. Und die administrativen Tätigkeiten, die von Pflegenden und Medizinern oft nebenbei auch noch erledigt werden, werden künftig von Aufnahme-, Belegungs- und Entlassmanagerinnen und -managern sowie von Kodierfachkräften übernommen.

Ein Großteil der Tätigkeiten erfordert einen großen Erfahrungsschatz, verbunden mit einer intensiven Aus- und Weiterbildung. Für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bieten sich durch die Etablierung der neuen Berufsbilder zahlreiche interessante Aufstiegschancen sowie vielfältige Betätigungsmöglichkeiten und erweiterte Handlungsfreiräume.

  • Krankenpflegehelfer zur Unterstützung der Pflege

    Auf den Stationen werden examinierte Krankenschwestern und Krankenpfleger unterstützt durch Krankenpflegehelferinnen und -helfer, die eine einjährige Pflegeausbildung absolviert haben. Sie erklären den Patienten die Technik (wie etwa das Telefon) und helfen bei der Essensauswahl. Sie übernehmen Hilfen bei der Körperpflege von Patienten, die nur leicht in ihren körperlichen Fähigkeiten eingeschränkt sind. Die umfassende körperliche Pflege von immobilen Patienten jedoch wird auch in Zukunft Aufgabe einer examinierten Pflegekraft sein. Durch diese Verteilung der Aufgaben bleibt den Pflegenden mehr Zeit für die Patienten.

  • Arzt-Assistenten und Physician Assistants

    Schnittstelle zwischen dem ärztlichen und pflegerischen Bereich

    Arzt-Assistenten und Physician Assistants unterstützen die behandelnden Ärzte in ihrer ärztlichen Tätigkeit. Diese ebenfalls von Sana geprägten neuen Berufsbilder bieten beispielsweise Pflegenden die Möglichkeit, sich weiter zu bilden und ärztliche Tätigkeiten zu übernehmen. Damit tragen die Arzt-Assistenten und die Physician Assistants zur Entlastung der Ärzte bei, die sich so besser auf ihre eigentliche Kernkompetenz konzentrieren können.

    Inzwischen haben die ersten Studenten den neuen Sana-Studiengang zum Physician Assistant erfolgreich absolviert. Sie dürfen sich „Bachelor of Science in Physician Assistance“ nennen. Auch in der Sana Herzchirurgie arbeitet eine examinierte Krankenschwester, die zum Physician Assistant ausgebildet wird. Für die Pflegekräfte ist das eine tolle Möglichkeit, um beruflich weiterzukommen.

    In der Herzchirurgie unterstützen die Physician Assistants die Chirurgen beispielsweise bei der Vorbereitung des Patienten auf die Operation und auch bei der Operation selbst. Hier arbeiten sie quasi als der zweite Assistent. Und Arzt-Assistenten entlasten die Ärzte bei administrativen Aufgaben.