Komplizierte Herzoperation für neunjährigen Kurden-Jungen
Herzchirurgen der SHS behandeln Patienten aus dem Irak
Zur Korrektur eines komplizierten Herzfehlers brachte die US-Hilfsorganisation "Brothers Together" erstmals ein Kind aus dem Irak nach Stuttgart. Das Kinderherzchirurgen-Team der Sana Herzchirurgie Stuttgart (SHS) operierte den Jungen im Olgahospital, wo er im Zentrum für angeborene Herzfehler betreut wurde.
Eine Narbe auf der Brust des neunjährige Ali Hussein zeugt von der großen Herzoperation, die dafür gesorgt hat, dass er jetzt wieder unbeschwert mit seinen Freunden spielen kann. Noch vor der Operation im Juni 2007 wäre das nicht möglich gewesen. Schon kleinere Anstrengungen, wie etwa schnelles Gehen, waren zu viel für Ali Hussein. Ganz leicht geriet er außer Atem und seine Lippen verfärbten sich blau, weil sein Körper nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt wurde. Schon im Alter von drei Monaten hatten Ärzte im Irak bei dem Kurdenjungen eine "Fallot´sche Tetralogie" diagnostiziert. Bei diesem angeborenen Herzfehler liegen gleich drei Defekte am Herzen vor. Bei Ali Hussein hatte die Herzscheidewand ein Loch, die Lungenschlagader war verengt und die lungenseitige Herzklappe war defekt. Dadurch war die Pumpleistung des Herzens eingeschränkt, und es gelangte zu wenig sauerstoffreiches Blut in den Körper. Operiert werden konnte Ali Hussein in seiner Heimat jedoch nicht.
Schließlich kümmerte sich die US-Hilfsorganisation "Brothers Together" um Ali Hussein und vermittelte den Jungen zur Behandlung und Operation nach Stuttgart. Am 20. Juni wurde er im Olgahospital aufgenommen und bereits einen Tag später operiert. "Wir haben in einer mehrstündigen Operation unter Einsatz der Herz-Lungen-Maschine unter anderem das Loch in der Herzscheidewand verschlossen, die Herzklappe rekonstruiert und die Lungenschlagader geweitet", erläutert Dr. Alexander Horke, Kinderherzchirurg aus der Sana Herzchirurgie. Finanziert wurde die Behandlung aus Spenden und durch die Sana Herzchirurgie, die derartige Aktivitäten als Teil ihrer gesellschaftlichen Verantwortung versteht.
Von den Ärzten des Zentrums für Angeborenen Herzfehler gemeinsam betreut erholte sich Ali Hussein rasch nach der Operation. Am 6. Juli wurde er "in gutem Allgemeinzustand" entlassen. Zusammen mit seinem Vater, der ihn begleitet hatte, blieb er noch einige Zeit in Deutschland. Knapp zwei Wochen später stand noch eine abschließende Untersuchung im Olgäle auf dem Programm. "Alles in Ordnung" lautete das Ergebnis, so dass Ali Hussein nach einem Monat in Deutschland gesund wieder zurück in den Irak reisen konnte.



